+++ Infos zum Landeshaushalt 2027 +++

Landeshaushalt 2027: Jetzt die Forststrukturen stärken

29. September 2026

Mit dem Landeshaushalt 2027 stellt die neue Landesregierung wichtige Weichen für Wald und Forst in Baden-Württemberg. Der BDF hat sich deshalb gemeinsam mit den anderen Mitgliedsverbänden des Landeswaldverbands dafür eingesetzt, dass den politischen Zusagen des Koalitionsvertrags nun auch die notwendigen Haushaltsmittel und Stellen folgen.

Die Herausforderungen sind groß: Klimawandel, Trockenheit und Kalamitäten belasten unsere Wälder, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Waldumbau, Naturschutz, Beratung und Daseinsvorsorge. Gerade bei einer angespannten Haushaltslage müssen deshalb dort Prioritäten gesetzt werden, wo Investitionen heute spätere ökologische und finanzielle Schäden vermeiden. Anliegen Wald HH 2027. Die Forderungen gingen an MP Cem Özdemir, stv. MP Manuel Hagel und wurden mit den Fach- und Finanzpolitiker*ìnnen der GRÜNEN und der CDU diskutiert.

Der Landeswaldverband hat seine Forderungen für den Haushalt 2027 mit seinen acht Mitgliedsverbänden sowie den Spitzen von Landesforstverwaltung und ForstBW abgestimmt. Für den BDF stehen dabei insbesondere eine leistungsfähige Landesforstverwaltung, ein dauerhaft handlungsfähiger Landesbetrieb ForstBW und die Sicherung des forstlichen Nachwuchses im Mittelpunkt.

Landesforstverwaltung braucht ausreichend Personal

Besonders dringlich ist die Situation bei den unteren Forstbehörden. Waldumbau, Privatwaldbetreuung, Waldnaturschutz, Kalamitäten, Waldbrandprävention und zusätzliche Vorgaben haben deren Aufgaben erheblich erweitert. Der Landeswaldverband fordert deshalb eine strukturelle Verstärkung der FAG-Mittel um 5 Mio. Euro jährlich, was größenordnungsmäßig rund 50 Stellen entspricht. 

Hinzu kommt die Waldnaturschutzkonzeption 2030. Für deren Umsetzung und eine bessere Beratung des Privat- und Kommunalwaldes sollen 2027 zunächst zwölf zusätzliche Dauerstellen im gehobenen Forstdienst geschaffen werden. Für den BDF ist klar: Neue Aufgaben und höhere gesellschaftliche Erwartungen können dauerhaft nicht ohne die dafür notwendigen personellen Ressourcen bewältigt werden.

ForstBW verlässlich finanzieren

Auch ForstBW muss finanziell handlungsfähig bleiben. Ausbildung, Waldnaturschutz, Waldpädagogik und weitere Leistungen der Daseinsvorsorge benötigen eine verlässliche Finanzierung. Der Koalitionsvertrag sieht ausdrücklich vor, ForstBW zu stärken und die Landeszuführung für die Daseinsvorsorge mindestens auf bisherigem Niveau zu sichern. 

Dazu gehört aus Sicht des Landeswaldverbands auch der Verzicht auf eine Gewinnabführung, um die vorgesehene Risikorücklage zu stärken. Gerade angesichts wachsender klimatischer Risiken darf ForstBW nicht allein am wirtschaftlichen Ergebnis gemessen werden. Der Landesbetrieb erfüllt zentrale Aufgaben für Wald und Gesellschaft.

Nachwuchs und Zukunftsfähigkeit sichern

Wer morgen genügend qualifizierte Forstwirte haben will, muss heute in Ausbildung investieren. Deshalb sollen die Kapazitäten am Forstlichen Ausbildungszentrum Mattenhof und beim Regierungspräsidium Freiburg gestärkt sowie das Forstliche Bildungszentrum Königsbronn gesichert und weiterentwickelt werden. 

Gleichzeitig muss die Waldstrategie 2050 verstetigt werden. Rund 45 laufende Projekte sollen weitergeführt, jährlich rund 5 Mio. Euro Sachmittel gesichert und fünf bisher befristete Stellen dauerhaft eingerichtet werden. 

Die Botschaft des BDF an die Landesregierung ist damit eindeutig: Es geht nicht um eine neue forstpolitische Wunschliste. Es geht darum, die bereits im Koalitionsvertrag vereinbarten Ziele auch mit den erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcen auszustatten. 

Gute Waldpolitik braucht eine starke Landesforstverwaltung, einen leistungsfähigen Landesbetrieb ForstBW – und vor allem genügend gut ausgebildete und motivierte Forstleute, die die politischen Ziele im Wald und den Waldumbau umsetzen.

Dietmar Hellmann

Landesvorsitzender