+++ Bericht +++

BDF Regionalkonferenz Tübingen

07. Januar 2026

Die diesjährige Regionalkonferenz Tübingen am 09. Oktober startete am Institut für Holzbau an der Hochschule Biberach.

Das Institut ist als Bindeglied zwischen Forschung, Lehre und Praxis an der nachhaltigen Entwicklung im Bauwesen mit Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen beteiligt. Es wurde 1996 im Rahmen der Zukunftsoffensive Junge Generation Baden-Württemberg gegründet. 

Prof. Dr.-Ing. habil. Jörg Schänzlin, Leiter des Instituts, gab uns einen hochinteressanten Einblick in die aktuellen Holzbauthemen: Beispielsweise modulares Bauen, wodurch bestehende Gebäude flexibel erweitert werden können. Auch für das Aufstocken bestehender Gebäude, wie Garagen oder Supermärkten, ist Holz ein hervorragender Baustoff, da es im Verhältnis zu seinem Gewicht eine große Tragfähigkeit hat. Aufgrund moderner Holzbautechnik sind inzwischen auch große freitragende Dachkonstruktionen möglich. Sie haben gegenüber Metallkonstruktionen den Vorteil, dass sie vor Ort auf der Baustelle zusammengebaut werden können und dadurch der Transport der Bauteile weitaus kostengünstiger ist. Auch mehrstöckiges Bauen mit Holz ist kein Problem mehr. Nach wie vor kommen vor allem Fichte, Tanne und Kiefer zum Einsatz. Bei der Verwendung von Buche als Baustoff sieht Prof. Schänzlin das Problem, dass es derzeit nur ein Produkt auf dem Markt gibt. „Ein Bauherr oder Architekt wird bei seinen Planungen kein Produkt verwenden, bei dem es nur einen Anbieter gibt. Zu groß ist das Risiko bei Insolvenz oder Lieferschwierigkeiten“, so seine Erfahrung. Hinzu kommt, dass Buche bei der Verarbeitung andere technische Eigenschaften hat, worauf sich das Handwerk erst einstellen muss.
An der Hochschule Biberach wird derzeit eine Promotionsarbeit zu diesem Thema angefertigt. 

Zum Ende seiner Ausführungen appellierte der Professor an uns, dass die Forschung wissen müsse, welche Baumarten die Forstwirtschaft in Deutschland in Zukunft liefern werde, damit heimisches Holz auch künftig im Bau verarbeitet werden kann. Es sei inzwischen kein Problem mehr, auch Holzarten außer Fichte, Tanne und Kiefer als Baustoff zu verwenden, aber die neuen Produkte müssen entwickelt werden. Von der Forschung bis zum fertigen Produkt dauere es mindestens 20 Jahre. Wird dies verpasst und „können die deutschen Forstbetriebe keine Fichte mehr liefern, dann würde die Fichte eben aus anderen Ländern importiert werden“, davon ist er überzeugt.

Im Anschluss an diese „Vorlesung“ wechselten wir ins Gemeindehaus St. Martin in Biberach, wo Ottmar Jochum und Regina Kille einen Einblick in aktuelle Themen des BDFs gaben: Über das Projekt ForstBW 2030 wurde berichtet, bei dem bis 2030 insgesamt 120 Stellen abgebaut werden müssen.
Auch die Nationalparkerweiterung und die Auswirkungen auf die Beschäftigten war ein Thema. Wir diskutierten über die finanzielle Situation der Landkreise und die Folgen für die UFBen.

Es zeigte sich erneut, dass der BDF auch eine Plattform für den kollegialen Austausch zwischen LFV- und ForstBW-Beschäftigten ist. Bei Kaffee und Kuchen wurde die Möglichkeit genutzt, sich bei den Forstleuten der anderen Organisation über Aktuelles zu informieren. 

Mit ungefähr 20 Teilnehmern war die Regionalkonferenz eher schwach besucht. Sehr erfreulich war es allerdings, dass neue und junge Kolleginnen und Kollegen unserer Einladung gefolgt sind.

Auch im nächsten Jahr werden wir wieder eine Regionalkonferenz organisieren. Programmvorschläge dafür nehmen wir sehr gerne an. 

Ottmar Jochum, Regina Kille